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Lapis Albus - Notenbeispiel
Notenbeispiel
Titel Lapis Albus
Kategorie Blasorchester/HaFaBra
Unterkategorie Konzertmarsch
Besetzung Ha (Blasorchester)
Format/Umfang PrtStm (Partitur und Stimmen)
Verlags-Artikelnr. KL 2028
Erscheinungsjahr 2013
Verkaufspreis 85,00 EUR (inkl. 10 % österr. USt.)
Komponist Glantschnig, Christoph
Schwierigkeitsgrad 4
Selbstwahlliste-Grad A4 (Einstufung Österreich Stufe D); PWM-at (Literaturliste Polka, Walzer, Marsch)
Dauer 5:15
Zusatzinfo/Inhalt Schwieriger, aber mächtiger und wunderschöner Konzertmarsch, den vor allem das Zitat des Wagnertuben-Motivs aus der VIII. Symphonie von Anton Bruckner im Trio auszeichnet!!!
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Externer Link externer Link http://youtu.be/z3j9NE1PBMw
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Programmnotizen: Ergänzungstext

Lapis Albus – Bedeutung und musikalische Analyse der Marschkomposition von Christoph Glantschnig

Der lateinische Begriff *Lapis Albus* bedeutet wörtlich „weißer Stein“ und ist mit vielfältigen symbolischen Bedeutungen verbunden. In der Antike und im Mittelalter stand der Ausdruck oft für Reinheit, Klarheit oder auch für alchemistische Prozesse, in denen ein gereinigter Stein als Metapher für Vollkommenheit diente. In der Architektur bezeichnete *Lapis Albus* helle, edle Gesteine wie Marmor, die für monumentale Bauwerke verwendet wurden. Übertragen kann der Begriff auch für etwas Erhabenes, Beständiges oder Spirituelles stehen – eine Bedeutung, die ihn zu einem inspirierenden Titel für künstlerische Werke macht, insbesondere in der Musik.

Christoph Glantschnig, ein österreichischer Komponist und Dirigent, griff diesen Begriff auf und schuf mit *Lapis Albus* einen anspruchsvollen Konzertmarsch für Blasorchester. Das Werk besticht durch seine mächtige Klangentfaltung, technische Virtuosität und emotionale Tiefe. Besonders hervorzuheben ist das Zitat des Wagnertuben-Motivs aus der VIII. Symphonie von Anton Bruckner, das im Trio des Marsches integriert ist und diesem eine symphonische Dimension verleiht.

Die Komposition *Lapis Albus* von Christoph Glantschnig

*Lapis Albus* ist ein Konzertmarsch, der in der Tradition der sinfonischen Blasmusik steht. Glantschnig verbindet darin marschtypische Elemente mit symphonischer Dichte, was dem Werk eine besondere Ausdruckskraft verleiht. Der Marsch ist für seine dramatische Dynamik, komplexe Instrumentierung und den kontrastreichen Aufbau bekannt.

Formale Struktur und musikalische Gestaltung

Das Werk folgt der klassischen Dreiteiligkeit eines Marsches: Einleitung, Hauptteil, Trio und Reprise. Die Einleitung beginnt mit fanfarenartigen Motiven und einer dichten Klangfläche. Der Hauptteil präsentiert ein markantes, rhythmisch treibendes Thema, das von den Blechbläsern dominiert wird und durch synkopierte Passagen sowie kontrapunktische Elemente bereichert ist.

Das Trio bildet den emotionalen Höhepunkt des Werkes. Hier setzt Glantschnig das Zitat aus der VIII. Symphonie von Anton Bruckner ein – konkret das Wagnertuben-Motiv, das in Bruckners Werk eine mystisch-erhabene Wirkung entfaltet. Die Integration dieses Motivs verleiht dem Marsch eine symphonische Tiefe und schafft einen Kontrast zur marschtypischen Rhythmik. Da Wagnertuben im Blasorchester nicht immer verfügbar sind, wird der Klang oft durch andere Instrumente wie Hörner oder Tenorhörner nachgeahmt. Die Reprise greift das Hauptthema wieder auf, nun jedoch mit gesteigerter Intensität, und endet in einer virtuosen Coda, die das Werk fulminant abschließt.

Schwierigkeitsgrad und musikalische Anforderungen

*Lapis Albus* zählt zu den anspruchsvollsten Werken der Blasmusikliteratur und stellt hohe Anforderungen an das Ensemble. Die rhythmische Komplexität mit Synkopen, Triolen und schnellen Laufpassagen erfordert präzises Zusammenspiel. Dynamische Kontraste von *pianissimo* bis *fortissimo* müssen differenziert umgesetzt werden, insbesondere in den Steigerungen des Hauptteils und der Coda. Auch die Artikulation mit klaren Akzenten, Staccato-Passagen und legato-Phrasierungen verlangt den Musikern ein hohes Maß an technischer Beherrschung ab.

Die Instrumentierung erfordert eine homogene Intonation, besonders bei den Blechbläsern, die die Hauptthemen tragen. Die Holzbläser übernehmen oft kontrapunktische Linien und müssen sich präzise in den Klangkörper einfügen. Die Percussion hat eine rhythmisch strukturierende Funktion und muss in den Steigerungen besonders präzise agieren.

Für den Dirigenten stellt das Werk eine Herausforderung dar, da Tempowechsel, etwa im Übergang zum Trio, klar vorgegeben werden müssen. Zudem ist eine sensible Balance zwischen den Instrumentengruppen notwendig, um die phrasierte Gestaltung des Bruckner-Zitats im Trio zur Geltung zu bringen.

Das Bruckner-Zitat im Trio: Analyse und Wirkung - Kontext des Zitats

Das Wagnertuben-Motiv aus Anton Bruckners VIII. Symphonie (c-Moll, „Apokalyptische“) ist ein zentrales Element des Adagio-Satzes und verkörpert dort eine transzendente, fast religiöse Stimmung. Bruckner verwendete die Wagnertuben, eine Kreuzung aus Horn und Tuba, um einen dunklen, geheimnisvollen Klang zu erzeugen, der an die Musik Richard Wagners erinnert. Glantschnig übernimmt dieses Motiv im Trio von *Lapis Albus* und passt es für das Blasorchester an. Durch die Instrumentierung und harmonische Einbettung entsteht ein kontrastreicher Moment, der den Marsch kurzzeitig in eine symphonische Sphäre erhebt.

Funktion im Werk

Das lyrische, fast meditative Zitat steht im Gegensatz zur marschtypischen Rhythmik und schafft eine emotionale Zäsur. Die Verbindung zu Bruckners „Apokalyptischer“ Symphonie unterstreicht die erhabene Bedeutung des Titels Lapis Albus – der „weiße Stein“ als Symbol für Reinheit oder Vollendung. Die dunkle Tönung der Wagnertuben wird im Blasorchester durch die tiefen Register der Blechbläser nachgeahmt, was dem Trio eine besondere Klangpracht verleiht.

Christoph Glantschnigs *Lapis Albus* ist ein herausragendes Beispiel für die Verschmelzung von Marschtradition und symphonischer Tiefe. Durch die Integration des Bruckner-Zitats gelingt es dem Komponisten, dem Werk eine über den rein musikalischen Kontext hinausgehende Dimension zu verleihen. Die technischen Anforderungen machen das Stück zu einer Bereicherung für hochklassige Blasorchester, während die emotionale Wirkung und die symbolische Bedeutung des Titels es zu einem Erlebnis für Dirigenten, Musiker und Publikum gleichermaßen werden lassen. Für Ensembles, die nach einem anspruchsvollen, klanggewaltigen und zugleich poetischen Konzertmarsch suchen, ist *Lapis Albus* eine ideale Wahl – ein Werk, das musikalische Virtuosität mit künstlerischer Tiefe verbindet.

Text: musicainfo.net (KI)
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