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Wo die Zitronen blüh'n - Notenbeispiel
Notenbeispiel
Titel Wo die Zitronen blüh'n
Kategorie Blasorchester/HaFaBra
Unterkategorie Konzertwalzer
Besetzung Ha (Blasorchester)
Format/Umfang PrtStm (Partitur und Stimmen)
Verlags-Artikelnr. KL 1269
Serientitel Wiener Musik Edition
Verkaufspreis 149,00 EUR (inkl. 10 % österr. USt.)
Komponist Strauss, Johann Sohn
Arrangeur Hofmann, Anton; Reinau, Thorsten
Werkeverzeichnis Op.364
Schwierigkeitsgrad 4
Selbstwahlliste-Grad A4 (Einstufung Österreich Stufe D); PWM-at (Literaturliste Polka, Walzer, Marsch)
Dauer 9:20
Zusatzinfo/Inhalt Neue, revidierte Fassung mit Partitur.

Johann Strauss' Opus 364 entstand anlässlich einer Italientournee. Die Erstaufführung dieses Walzers fand am 10. Juni 1874 im Etablissement Gartenbau in Wien statt. Eine Gesangsfassung mit der Sängerin Marie Geistinger erklang am 27. Juni 1874. Ausserdem ist schon im Mai des gleichen Jahres eine Aufführung unter dem Titel 'Bella Italia' in Mailand belegt.

Der Titelbezug ist in dem Lied der Mignon in Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre, sowie in Thomas Ambrioses Oper Mignon zu erkennen. Mit der Romanze Kennst du das Land wo die Zitronen blühen griffen die Librettisten der Oper auf das rührend-romantische Schicksal des Zigeunermädchens Mignon in Goethes Werk zurück.

(© Kliment Musikverlag)
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Programmnotizen: Ergänzungstext

Wo die Zitronen blüh’n op. 364 von Johann Strauss Sohn: Entstehung, literarische Bezüge und Bearbeitungen für Blasorchester

Der Konzertwalzer *Wo die Zitronen blüh’n* op. 364 von Johann Strauss Sohn zählt zu den bekanntesten Werken des Wiener Walzerrepertoires. Komposition und Titel des Stücks sind eng mit der literarischen Vorlage von Goethes *Wilhelm Meisters Lehrjahren* verbunden, in dem das Lied der Mignon – „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen“ – eine zentrale Rolle spielt. Diese Romanze wurde später von Ambroise Thomas in seiner Oper *Mignon* aufgegriffen und vertont. Der Walzer entstand 1874 anlässlich einer Italienreise Strauss’ und erlebte seine Uraufführung am 9. Mai 1874 im Teatro Regio di Torino. Die Verbindung von Musik, Literatur und kultureller Rezeption macht das Werk zu einem faszinierenden Studienobjekt, insbesondere im Kontext seiner Bearbeitungen für Blasorchester durch Anton Hofmann und Thorsten Reinau.

Entstehung und literarischer Bezug

Der Titel des Walzers bezieht sich direkt auf die berühmte Romanze „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen“ aus Goethes *Wilhelm Meisters Lehrjahren* (1795–96). Das Lied, gesungen von der mysteriösen Figur Mignon, drückt deren Sehnsucht nach einer idealisierten, fernen Heimat aus. Mignon, ein Zigeunermädchen mit tragischem Schicksal, verkörpert in Goethes Werk die Themen Fremdheit, Sehnsucht und unvollendete Identität. Die Zeile „Wo die Zitronen blühen“ wurde zum Symbol für eine imaginäre, südliche Idylle – ein Motiv, das in der Romantik und im Biedermeier häufig aufgegriffen wurde.

Ambroise Thomas’ Oper *Mignon* (1866)

Die literarische Vorlage inspirierte den französischen Komponisten Ambroise Thomas zu seiner Oper *Mignon* (UA 1866). Thomas’ Vertonung der Mignon-Romanze festigte die Assoziation des Titels mit musikalischer Lyrik. Strauss’ Walzer greift diesen kulturellen Code auf und überträgt ihn in die Form des Wiener Walzers – eine Verbindung von literarischer Tiefe und tanzbarer Leichtigkeit, die für die musikalische Kultur des 19. Jahrhunderts charakteristisch war.

Strauss’ Komposition: Italienreise und Uraufführung

Johann Strauss Sohn komponierte *Wo die Zitronen blüh’n* op. 364 während einer Italienreise. Die Uraufführung fand am 9. Mai 1874 in Turin statt, wo das Werk als Hommage an die italienische Kultur und Landschaft verstanden wurde. Der Walzer vereint typische Merkmale der Strauss’schen Walzertradition – schwungvolle Melodien, elegante Rhythmen und eine klangvolle Instrumentierung – mit dem literarischen Topos der „Zitronenblüte“ als Symbol für Sehnsucht und Fernweh.

Anton Hofmanns Bearbeitung für Blasorchester

Anton Hofmann (1853–1937), ein österreichischer Dirigent und Komponist, arrangierte zahlreiche Werke der Strauss-Dynastie für Blasorchester. Seine Bearbeitung von *Wo die Zitronen blüh’n* entstand in der Zeit als Blasmusik in Europa eine Blütezeit erlebte. Hofmanns Fassung zielt darauf ab, die klangliche Pracht des Originals auf die spezifischen Möglichkeiten eines Blasorchesters zu übertragen, ohne die charakteristischen Walzermelodien zu verändern.

Thorsten Reinaus überarbeitete Fassung für modernes Blasorchester

Thorsten Reinau, ein deutscher Dirigent und Arrangeur, legte in den 2000er-Jahren eine überarbeitete Fassung von *Wo die Zitronen blüh’n* vor, die speziell auf die Anforderungen moderner Blasorchester zugeschnitten ist. Reinaus Bearbeitung berücksichtigt aktuelle Spielpraktiken, erweiterte Klangmöglichkeiten und eine flexiblere Besetzung.

Reinau erweitert das Klangspektrum durch den Einsatz von Saxophonen, zusätzlichen Perkussionsinstrumenten (z. B. Vibraphon, Marimba) und einer differenzierteren Schlagwerkbehandlung. Dies ermöglicht eine modernere Klangfarbe, ohne den Charakter des Walzers zu verfremden. Leichte harmonische Erweiterungen, etwa durch Jazz-Elemente oder erweiterte Akkorde, bereichern die Klangwelt, bleiben aber im Rahmen der Tonalität des Originals. Reinau nutzt moderne Spieltechniken (z. B. Flatterzunge, Glissandi), um die Ausdruckskraft des Werks zu steigern. Die Partitur sieht zudem optionale Solopassagen vor, die eine individuellere Interpretation ermöglichen. Die Partitur ist für verschiedene Besetzungsstärken ausgelegt, von kleinen Ensembles bis zu großen Sinfonischen Blasorchestern. Dies erhöht die Praxistauglichkeit für Amateur- und Profiorchester gleichermaßen. Reinaus Fassung wird heute häufig in Konzertprogrammen eingesetzt, da sie traditionelle Walzerelemente mit zeitgenössischen Klangeffekten verbindet.

Rezeption und kulturelle Bedeutung

*Wo die Zitronen blüh’n* op. 364 ist ein Paradebeispiel für die Verbindung von Literatur, Oper und Instrumentalmusik. Die Bearbeitungen durch Hofmann und Reinau zeigen, wie ein Werk durch unterschiedliche Klangkonzepte und Epochen wandelbar bleibt, ohne seinen Kern zu verlieren. Der Walzer wird bis heute weltweit aufgeführt – sowohl in originaler Orchesterfassung als auch in Bearbeitungen für Blasorchester. Seine kulturelle Bedeutung liegt in der Synthese von literarischer Tradition, musikalischer Innovation und der Anpassungsfähigkeit an neue Aufführungspraktiken.

*Wo die Zitronen blüh’n* op. 364 von Johann Strauss Sohn ist mehr als ein Walzer: Es ist ein musikalisches Zeugnis der europäischen Kulturgeschichte. Die Bearbeitungen durch Anton Hofmann und Thorsten Reinau belegen, wie ein Werk durch klangliche und instrumentatorische Anpassungen neue Hörerschichten erreichen kann. Gleichzeitig bleibt der literarische Bezug zu Goethes Mignon ein zentraler Identitätsstifter des Stücks – eine Brücke zwischen Dichtung und Musik, die bis heute wirkt.*

Text: musicainfo.net (KI)

Quellen/Sources:
Musikverlag Kliment: Wo die Zitronen blüh'n
Wiener Symphoniker: Wo die Zitronen blüh'n
Wikipedia: Wo die Zitronen blühen
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