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Des Kaisers Geburtsfest - klicken für größeres Bild
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Des Kaisers Geburtsfest - Notenbeispiel
Notenbeispiel
Titel Des Kaisers Geburtsfest  NEU! 
Kategorie Blasorchester/HaFaBra
Unterkategorie Konzertmusik
Besetzung Ha (Blasorchester)
Besetzungsart/Infos Tongemälde
Format/Umfang PrtStm (Partitur und Stimmen)
Verlags-Artikelnr. KL 2141
Komponist Kaulich, Josef
Arrangeur Ebner, Stefan
Werkeverzeichnis op.187
Zusatzinfo/Inhalt Das Werk steht im Zusammenhang mit dem Geburtsfest Kaiser Franz Josephs I., dessen Geburtstag am 18. August im damaligen Österreich-Ungarn mit Konzerten und öffentlichen Feiern begangen wurde. Zeitgenössische Konzertprogramme führen Kaulichs Des Kaisers Geburtsfest ausdrücklich als festliches „militärisches Tongemälde“ auf.

Schon die Bezeichnung „militärisches Tongemälde“ deutet darauf hin, dass Kaulich nicht einfach einen gewöhnlichen Marsch komponierte, sondern ein musikalisches Festbild schuf. Zu erwarten sind daher militärisch-repräsentative Klangwirkungen, etwa Marschrhythmik, Fanfarencharakter und festliche Steigerungen.

Das Werk beginnt mit der Volkshymne und mit Kanonenschüssen und Trompetensignalen marschieren die Truppen aus Österreich, Böhmen und Ungarn ein. Nach dem Gebet und dem Radetzky-Marsch erklingt als finaler Höhepunkt das Lied "O du mein Österreich".

(© Kliment Musikverlag)
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Programmnotizen: Ergänzungstext

Des Kaisers Geburtsfest von Josef Kaulich, op. 187 – Historische Einordnung und musikalische Analyse der Bearbeitung durch Stefan Ebner

Die Komposition „Des Kaisers Geburtsfest“ von Josef Kaulich, op. 187, zählt zu den Werken der spätromantischen Blasmusik und entstand 1882 als Hommage an Kaiser Franz Joseph I. Das Stück ist nicht nur ein musikalisches Zeugnis der Verehrung für den Monarchen, sondern auch ein akustisches Abbild der militärischen und patriotischen Festkultur der k.u.k.-Monarchie. Besonders interessant ist die Bearbeitung für Blasorchester durch Stefan Ebner, die das Werk für moderne Aufführungen zugänglich macht und seine klangliche Vielfalt unterstreicht. Dieser Aufsatz beleuchtet die historische Entstehung und Bedeutung des Werks sowie seine musikalische Struktur und die Besonderheiten der Bearbeitung.

• Historische Einordnung

Josef Kaulichs „Des Kaisers Geburtsfest“ entstand in einer Zeit, in der militärische Paraden, patriotische Feiern und volkstümliche Huldigungen eine zentrale Rolle im öffentlichen Leben spielten. Das Werk wurde anlässlich des Geburtstags von Kaiser Franz Joseph I. komponiert und spiegelt die politische und kulturelle Atmosphäre der späten Habsburger-Monarchie wider. Als militärisches Tongemälde vereint es traditionelle Volkshymnen, militärische Signale und marschartige Passagen, die den Einmarsch verschiedener Truppenverbände aus Österreich, Böhmen und Ungarn symbolisieren.

Die Komposition ist charakteristisch für die Epoche, in der Blasmusik eine zentrale Funktion bei öffentlichen Feierlichkeiten einnahm. Kaulichs Werk unterstreicht die Vielvölkerstruktur der Donaumonarchie und die Bedeutung des Kaisers als einigende Figur. Es ist ein musikalisches Dokument, das die patriotische Stimmung und den Stolz auf das Kaiserreich widerspiegelt.

• Musikalische Struktur und Analyse der Bearbeitung - Aufbau und musikalische Stationen

„Des Kaisers Geburtsfest“ folgt einer klaren dramaturgischen Struktur, die in der Bearbeitung für Blasorchester durch Stefan Ebner besonders effektvoll zur Geltung kommt. Das Werk beginnt mit einer feierlichen Einführung im Maestoso, die die Volkshymne („Empfang der Fahne“) aufgreift. Diese Passage ist im Moderato gehalten und schafft eine würdevoll-erhabene Stimmung.

Ein plötzlicher Wechsel ins Allegro symbolisiert den Beginn der Feierlichkeiten mit Kanonendonner und Trompetensignalen. Ebner betont hier die dynamischen Kontraste durch den gezielten Einsatz von Blechbläsern und Schlagzeug, was dem Stück eine lebendige, fast szenische Qualität verleiht.

Der Einmarsch der Truppen wird im Tempo di Marcia dargestellt und ist in mehrere Abschnitte gegliedert:
- Ab Takt 59 („Steiermark“) erfolgt eine Modulation von Es-Dur nach B-Dur, die den Einmarsch der steirischen Truppen markiert. Ebner nutzt hier charakteristische Rhythmen und Melodieführungen, die an regionale Volksmusik erinnern.
- Ab Takt 75 („Böhmen“) kehrt die Tonart nach Es-Dur zurück, wobei Ebner durch instrumentale Farbwechsel die kulturelle Vielfalt Böhmens betont.
- Takt 102 bringt eine weitere Modulation nach As-Dur, die den Übergang zu den folgenden Passagen vorbereitet.

Nach einem Moderato (Takt 118, Rückkehr nach Es-Dur) folgt ein ruhigerer Abschnitt, der ein Gebet symbolisiert. Das anschließende Allegro („Abblasen“) leitet über zum Defiliermarsch (Takt 161), der durch präzise Rhythmen und markante Melodielinien geprägt ist.

Der Höhepunkt des Werks ist die Darstellung Ungarns ab Takt 185, verbunden mit dem berühmten Radetzky-Marsch von Johann Strauss (Vater). Ebner integriert hier virtuose Passagen für die Blechbläser und schafft so einen triumphalen Abschluss. Das abschließende Lied „O du mein Österreich“ unterstreicht die patriotische Botschaft des Werks.

Besonderheiten der Bearbeitung durch Stefan Ebner

Stefan Ebner hat in seiner Bearbeitung für Blasorchester besondere Akzente gesetzt, die das Werk für moderne Aufführungen attraktiv machen. Ein zentrales Merkmal ist die Instrumentation: Ebner nutzt die klanglichen Möglichkeiten eines Blasorchesters optimal aus.

Die Bearbeitung zeichnet sich zudem durch präzise dynamische Abstufungen aus, die den dramaturgischen Verlauf des Werks unterstützen. Ebner betont die Kontraste zwischen feierlichen, ruhigen Passagen und den kraftvollen, marschartigen Abschnitten. Die Modulationen sind nicht nur musikalisch interessant, sondern auch programmatisch motiviert. Ebner hat diese Übergänge besonders klar herausgearbeitet, sodass sie als „musikalische Reise“ durch die verschiedenen Regionen des Kaiserreichs wahrgenommen werden können.

• „Des Kaisers Geburtsfest“ von Josef Kaulich ist ein herausragendes Beispiel für die Verbindung von militärischer Tradition, patriotischer Symbolik und musikalischer Virtuosität. Die Bearbeitung durch Stefan Ebner für Blasorchester unterstreicht die klangliche Vielfalt und dramaturgische Wirkung des Werks und macht es zu einem wertvollen Beitrag im Repertoire der Blasmusik. Durch die detaillierte Ausarbeitung der Modulationen, die klangliche Differenzierung und die Betonung der historischen Kontexte bleibt das Werk bis heute ein faszinierendes Zeugnis der k.u.k.-Epoche. •
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